Nachdem wir zu dritt – Lucy, Arthos und meine Wenigkeit – mitten in der Nacht leider erfolglos versuchen eine Maus im Schlafzimmer einzufangen, lege ich mich wieder ins Bett. An ‚Pfuuse‘ ist jetzt gar nicht zu denken, dafür schaue ich, was ich wahrnehme… Nix, nada, gähnende Leere eröffnet sich mir. Auch gut, dann muss ich mir das nicht bis zum Morgen merken.
Bin schon fast am Wegdriften, als ich plötzlich wie durch eine Röhre etwas Helles sehe. Überlege, bin ich nun wach oder was? Am Ende eines Tunnels sehe ich in der Ferne eine wüstenähnliche Gegend, dünenartig, und links eine dunkle Gestalt.
Also echt jetzt?! Kann mir mein Geist nicht ein richtiges, klares Bild senden? Meine Seele könnte doch die Informationen korrekt übersetzen, sodass ich das klar erkennen könnte, oder? Warum sehe ich diese Gegend nur wie durch eine Röhre?
Der Gedanke taucht auf ‘Röhrenblick’. Schlagartig erkenne ich: So sehen Menschen mit Retinitis pigmentosa die Welt.
Meine Problemchen relativieren sich innerhalb von Nanosekunden. Beschämt und demütig verweile ich in meiner kleinen Realität.
DANKE, dass ich das so sehen durfte.
Sibylle Emilie Windisch, Juni 2025
